Jedoch ist mir das bei der männlichen Person super egal. Es stellt sich in meinem Kopf gar nicht die Frage, ob er das kann oder nicht. Ich wende bei ihm gar keine Filter an, da er mich mit seiner eigenen Art so begeistert. Da ist es mir völlig egal, dass er einen lächerlichen Zweitnamen hat oder über ein Jahr jünger ist. Ich mag den.
Und weil er mich auch zu mögen scheint, hatten wir unser erstes Date. Wir trafen uns Sonntags morgens um halb 6 in der Stadtmitte. Ich hatte ein Sixpack Früh dabei, er sein breites Grinsen. "Lass uns einfach mal geradeaus fahren!", sagte er. Für mich war das der perfekte Plan, denn spontane Dates sind mir lieber als spießig und hübsch gemacht im fancy Restaurant zu sitzen. Hauptsache die Gespräche sind gut.
Wir wollten auf die Burg in einem kleinen mittelalterlichen Dorf. Dort parkten wir auf dem Parkplatz, rauchten und machten uns ein Bier auf. Also ich machte das Bier auf. Emanzipation und so. Die Gespräche waren lustig und ernst zugleich. Es lag diese klassische Spannung in der Luft, die einen umgibt, wenn man sich unbedingt näher kommen will aber nicht genau weiß wie.
Tja und dann war plötzlich die Batterie des Autos leer.
Für ihn war das ein riesen Abfucker, denn er musste mit dem Firmenwagen zwei Tage später auf Lehrgang fahren. Für mich war das noch perfekter als eh schon. Lachend saß ich auf dem Beifahrersitz und bekam mich gar nicht mehr ein.Wir liefen dann eine halbe Stunde zum nächsten Bahnhof, um zu meinem Auto zu kommen. Die Sonne ging so langsam auf und das Tal war bedeckt mit Nebel. Wie ein altes Rentnerpärchen wanderten wir durch die Dörfer. Nur halt mit einem Kölsch in der Hand, morgens um 20 vor neun. Das Überbrücken funktionierte schließlich zwar nicht auf Anhieb, aber ein bisschen zubbeln und wackeln und der Motor machte endlich ein gesundes, energiegeladenes Geräusch.
Am Schluss küsste er mich. Auf den Mund. Keine Pointe.
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