Eine Rose geschenkt bekommen, zu zweit romantisch essen gehen und anschließend Tatort gucken?
Darauf kann ich verzichten. Die Sache mit dem Valentinstag hab ich sowieso noch nie verstanden. Im Grunde geht es doch darum, die Liebe in der Partnerschaft zu feiern. In der heutigen Zeit sieht das so aus, dass Mann Blumen besorgt, damit Frau ein Foto auf Facebook hochladen kann, um allen zu zeigen, wie glücklich die beiden sind. Happy Birthday.
Aus meinem ansteigenden Aggressionspotenzial kann man deutlich entnehmen: Ich bin Single. Aber wäre ich es nicht, könnte man mich trotzdem nicht für den Tag begeistern. Denn wo die einen zwanghaft versuchen, sich an der Liebe zu erfreuen, um sich am Ende doch nur zu streiten, weil man es nicht gewohnt ist, Zeit zu zweit zu genießen, fühlt sich die andere Seite der Medaille doppelt so einsam. Das kann nicht gerecht sein.
Es mag natürlich auch sein, dass es Paare gibt, die wirklich ihre Polly Pocket Beziehung führen und den Tag mit Schmetterlingen und Pralinen zubringen. Wäre halt irgendwie cool, wenn man das nicht jedem auf die Nase binden müsste.
Mein Valentinstag? Ganz entspannt: Zur Tanke fahren, sehen Mixery ist im Angebot. Das kann kein Zufall sein. Eine Schachtel Kippen kaufen mit der Begründung: Ich hab heute riesen Durst. Ein Lachen generieren bei dem armen Tankstellenverkäufer, der nicht nur Single ist, sondern auch noch arbeiten muss. Männer sehen, die auf den letzten Drücker Blumen an der Tankstelle besorgen. Zwei Stück. Mit Kind. Während deren Frauen am Ende so tun als würde sie sich freuen, weil sie merken, dass der schäbige Strauß nach Benzin riecht. Nach Hause fahren. Mit "The Fray" im Auto. Ein wenig Selbstmitleid verspüren. Ein Schluck Bier. Geht wieder. Darüber nachdenken, dass es besser ist, selbst mit einem Lüsterklemmenschraubenzieher umgehen zu können, als sich auf einen Mann zu verlassen. Alles wieder gut.

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